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Nachhaltigkeit, einfach erklärt – Der SAN-Der Blog

Praktische Ideen und Beweise zur Heilung von Ökosystemen, zur Stärkung des Einkommens der Landwirte und zur Reduzierung von Emissionen – eine Landschaft nach der anderen.

Lehren aus 15 Jahren Forstwirtschaft, Agrarwirtschaft und Renaturierung in unserem neuesten AgroTalk

  • Writer: Communications
    Kommunikation
  • 20. September 2024
  • 4 Minuten Lesezeit

In einem kürzlich stattgefundenen AgroTalk teilte Hernán Zaldívar, Spezialist für Ökosystemwiederherstellung bei Preferred by Nature, seine Erkenntnisse aus über 15 Jahren Erfahrung in Forstwirtschaft, Agrarwirtschaft und Ökosystemwiederherstellung. Sein Vortrag unterstrich die Bedeutung der Wiederherstellung für die globale Nachhaltigkeit und hob hervor, wie die Wiederherstellung von Ökosystemen den Klimawandel abmildern, die Biodiversität verbessern und die Widerstandsfähigkeit von Agrarlandschaften stärken kann.



Was ist Ökosystemwiederherstellung?

Zaldívar definierte die Wiederherstellung von Ökosystemen als einen Prozess, der die Degradierung von Ökosystemen stoppt und umkehrt, um die Biodiversität zu erhöhen und Ökosystemleistungen zu gewährleisten. Im Gegensatz zur ökologischen Wiederherstellung, die darauf abzielt, Ökosysteme in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, konzentriert sich die Wiederherstellung von Ökosystemen auf deren Verbesserung, um sicherzustellen, dass sie Güter und Dienstleistungen für den menschlichen Gebrauch bereitstellen können. Dies umfasst die Schaffung gesünderer Ökosysteme mit fruchtbaren Böden und erhöhter Biodiversität, die für das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung unerlässlich sind.


Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist entscheidend, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und den Verlust der Artenvielfalt umzukehren. Zaldívar erklärte, dass die Wiederherstellung von 350 Millionen Hektar degradierter Flächen bis 2030 Ökosystemleistungen im Wert von 9 Billionen US-Dollar generieren und die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren könnte.


Die Herausforderungen für landwirtschaftliche Ökosysteme

Ein Drittel der Landfläche der Erde wird landwirtschaftlich genutzt. Obwohl sie Nahrung, Fasern und Lebensraum für Wildtiere liefert, stehen die Agrarsysteme unter enormem Druck. Intensive Landwirtschaft, übermäßiger Düngemitteleinsatz und der übermäßige Gebrauch von Pestiziden sind zentrale Umweltprobleme, die die Fruchtbarkeit der Ackerböden stark beeinträchtigen. Diese Praktiken schädigen nicht nur Ökosysteme, sondern gefährden auch die Lebensgrundlagen von Landwirten und ländlichen Gemeinschaften.


Die Degradierung von Ackerland trägt unmittelbar zu globalen Problemen wie Hunger und Armut bei, die durch Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie noch verschärft wurden. Zaldívar betonte, wie wichtig es sei, landwirtschaftliche Gemeinschaften zu stärken, damit sie durch inklusive und gerechte Zusammenarbeit ihre Widerstandsfähigkeit aufbauen und ihre Lebensqualität verbessern können.


Globale Verpflichtungen zur Wiederherstellung von Ökosystemen

Wir befinden uns aktuell in der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen (2021–2030), einer Initiative, die die entscheidende Rolle gesunder Ökosysteme für das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hervorhebt. Ziel der Dekade ist die Wiederherstellung von 350 Millionen Hektar degradierter Land- und Wasserökosysteme weltweit, wobei der Landwirtschaft eine zentrale Rolle zukommt.


Zaldívar sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Wiederherstellung von Ökosystemen und den Zielen des Strategieplans von SAN. Die Wiederherstellung von Ökosystemen trägt zur Eindämmung des Klimawandels bei, erhöht die Biodiversität und fördert nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken – allesamt Aspekte, die mit der Mission von SAN übereinstimmen, eine nachhaltige und gerechte Zukunft für die Landwirtschaft zu fördern.


„Wir befinden uns in der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen, einer globalen Initiative, die anerkennt, dass gesunde Ökosysteme für die Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung unerlässlich sind. Ziel ist es, bis 2030 350 Millionen Hektar degradierter Flächen wiederherzustellen, und die Landwirtschaft muss dabei eine zentrale Rolle spielen.“ —Hernán Zaldívar


Preferred by Nature's Approach to Restoration

Preferred by Nature entwickelt ein Klima- und Ökosystem-Wiederherstellungsprogramm, das sich derzeit im vierten Jahr befindet und dessen Team in Spanien, Malaysia und Peru tätig ist. Ihre Vision ist es, die oft vergessene Beziehung zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen, um gesunde Ökosysteme zu fördern und deren Zerstörung zu stoppen. Diese zugleich romantische und realistische Vision bildet die Grundlage ihrer Ökosystem-Wiederherstellungsprogramme, die auf Zusammenarbeit, dem Lernen aus vergangenen Erfahrungen und der Einbeziehung aller Wertschöpfungsketten basieren.


Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Ökosystem-Restaurierungsstandard, ein Instrument, das Praktiker vor Ort bei der Verbesserung ihrer Restaurierungsmaßnahmen unterstützen soll. Der Standard umfasst 58 Indikatoren in vier Phasen: Planung, Landnutzung und Einbindung, Umsetzung und Monitoring. Ein bemerkenswerter Aspekt des Standards ist seine Flexibilität – er ist so konzipiert, dass er Praktiker vor Ort unterstützt, ohne den Prozess unnötig zu verkomplizieren.


„Die Zusammenarbeit zwischen Organisationen ist entscheidend. Eines der am meisten übersehenen Ziele für nachhaltige Entwicklung ist die Notwendigkeit, Partnerschaften und Allianzen zu bilden. Die Wiederherstellung kann ohne integrative, sektorübergreifende Kooperationsbemühungen nicht gelingen.“ — Hernán Zaldívar




Praktische Beispiele für die Wiederherstellung von Ökosystemen

Zaldívar nannte mehrere Beispiele für erfolgreiche Ökosystemwiederherstellungsprojekte weltweit:


  • Spain: In Andalusien hat ein Projekt zur Wiederherstellung von einer Million Hektar Hochland durch regenerative Landwirtschaft bedeutende Fortschritte erzielt, indem es die Regierungsführung verbessert und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Flächen gefördert hat.


  • São Tomé und Príncipe: Ein Projekt zur Agroforstwirtschaft für den Kakao- und Kaffeeanbau legt Wert auf klimaschonende Landwirtschaft. Es birgt das Potenzial, CO₂-Zertifikate zu generieren und gleichzeitig traditionelle Rechte und das kulturelle Erbe in Restaurierungsmaßnahmen zu berücksichtigen.


  • Costa Rica: The La Selva Biodiversity Connectivity Project, led by Chiquita, aims to restore biodiversity corridors by involving small farmers and promoting environmental education. Community engagement has been a key factor in the project's success.


  • Ethiopia: Ein Projekt, das Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft integriert, trägt zur Wiederherstellung degradierter Wälder bei und unterstützt gleichzeitig lokale Gemeinschaften. Traditionelles Wissen spielt dabei eine entscheidende Rolle und verdeutlicht die Bedeutung der Kombination moderner Techniken mit indigenen Praktiken.





Der Weg nach vorn

Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist ein langfristiger Prozess, der kontinuierliche Überwachung, adaptives Management und die Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert. Zaldívar betonte, dass Wiederherstellungsprojekte inklusiv sein und lokale Gemeinschaften einbeziehen sowie traditionelles Wissen respektieren müssen. Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau, wie beispielsweise Schulungen für Akteure aus verschiedenen Sektoren und Ländern, sind unerlässlich, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.


Die von Zaldívar im Rahmen des AgroTalks vermittelten Erkenntnisse unterstreichen die entscheidende Rolle der Ökosystemwiederherstellung bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen Klimawandel, Artenverlust und Ernährungssicherheit. Durch die Wiederherstellung von Ökosystemen schützen wir nicht nur die Umwelt, sondern schaffen auch nachhaltige Lebensgrundlagen für landwirtschaftliche Gemeinschaften und zukünftige Generationen.

 
 
 

Bemerkungen


Lernen, Handeln, Teilen

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