Stärkung von Kleinbauern durch gemeinschaftliches Monitoring: Das CMAS-Projekt in Kolumbien
- Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft

- 11. Dez. 2024
- 2 Minuten Lesezeit
Das Projekt „Community-Based Monitoring and Assurance System“ (CMAS), eine Kooperationsinitiative des Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (SAN) und der lokalen Mitgliedsorganisation Fundación Natura, finanziert von der Tinker Foundation, revolutioniert die nachhaltige Landwirtschaft in Planadas, Tolima, Kolumbien. CMAS wurde entwickelt, um Kleinbauern im Kaffeeanbau zu stärken und verfolgt einen innovativen, gemeinschaftsorientierten Ansatz zur Überwachung und Berichterstattung über nachhaltige Anbaumethoden.

Das Paradoxon der Nachhaltigkeitsstandards angehen
Kleinbauern bilden das Rückgrat der globalen Lebensmittelproduktion, doch hohe Zertifizierungskosten erschweren ihnen häufig die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Genau diese Herausforderung – das sogenannte „Nachhaltigkeitsstandards-Paradoxon“ – will CMAS angehen. Durch die Schaffung einer partizipativen Plattform ermöglicht das Projekt landwirtschaftlichen Gemeinschaften, Nachhaltigkeitsanforderungen effektiver zu dokumentieren und zu erfüllen und so ihren Zugang zu verantwortungsvollen globalen Lieferketten zu verbessern.
Aufbau von Gemeinschaftskapazitäten
In der Anfangsphase bindet CMAS ausgewählte Gemeinden in die soziale Kartierung ein, um zu veranschaulichen, wie sich individuelle landwirtschaftliche Praktiken auf die gesamte Landschaft auswirken. Gemeindebeobachter werden ausgewählt und erhalten eine umfassende Schulung in Bereichen wie:
Gewaltfreie Kommunikation
Nutzung mobiler Geräte und Internet-Tools
Datenerhebungsmethoden
Durchführung agronomischer Feldbeobachtungen
Verknüpfung landwirtschaftlicher Praktiken mit der Nachhaltigkeit der Landschaft
Diese Schulung stattet die Monitore mit den notwendigen Fähigkeiten aus, um zuverlässige Daten zu sammeln und eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung zu fördern.

Innovative Werkzeuge und Methoden
CMAS integriert innovative Technologien wie die iHub-Plattform von SAN, die die Datenerfassung in Echtzeit zu wichtigen landwirtschaftlichen Praktiken ermöglicht, darunter Bodenmanagement, regenerative Landwirtschaft und Risikobewertung. Die Zusammenarbeit mit der Fundación Natura umfasst Austauschbesuche und Ideenworkshops, die die Datenerfassungsmethoden optimieren und den Beobachtern praktische Werkzeuge zur Verbesserung ihrer Arbeit an die Hand geben.
Durch den direkten Austausch zwischen den Landwirten bei den Besuchen auf den einzelnen Parzellen erhalten die Erzeuger konkretes Feedback zu nachhaltigen Anbaumethoden. Ein farbcodiertes System hilft ihnen, den Zustand ihrer Parzellen visuell zu beurteilen und maßgeschneiderte Aktionspläne zu entwickeln. So wird ein praxisorientierter und iterativer Ansatz zur Verbesserung gefördert.
Verbesserung der organisatorischen Entscheidungsfindung
Die Vorteile von CMAS kommen nicht nur einzelnen Erzeugern, sondern auch den Organisationen zugute, denen sie angehören. Zuverlässige Daten unterstützen fundierte Entscheidungen und ermöglichen es den Organisationen, Risiken proaktiv zu minimieren und Marktverluste zu vermeiden. Das System identifiziert zudem gemeinsame Herausforderungen in bestimmten Regionen und ebnet so den Weg für gezielte Bildungsinitiativen und Ressourcenkampagnen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Bedingungen.

Konkrete Auswirkungen und zukünftige Ziele
Bis heute hat CMAS 322 Landwirte und vier Erzeugervereinigungen eingebunden und so ein starkes Netzwerk von Nachhaltigkeitsbefürwortern aufgebaut. Trotz Herausforderungen wie verlängerten Erntezeiten und regionalen Sicherheitsbedenken hat das Projekt Vertrauen und Verantwortlichkeit innerhalb der Gemeinschaft gestärkt. Durch die Stärkung lokaler Beobachter und die Verbesserung landwirtschaftlicher Praktiken trägt CMAS zu übergeordneten ökologischen und sozioökonomischen Zielen bei.
Im Zuge des Projektfortschritts soll es zu einem Eckpfeiler für gemeinschaftlich getragene, nachhaltige Landwirtschaft im ländlichen Kolumbien werden. CMAS dient als eindrucksvolles Beispiel dafür, wie partizipative Systeme positive Veränderungen bewirken können und bietet ein übertragbares Modell für ähnliche Initiativen weltweit.
Weitere Informationen zum CMAS-Projekt und zur Arbeit von SAN im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft finden Sie hier: Besuchen Sie hier die CMAS-Seite..



Bemerkungen