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Alte Sorten und Hybriden: Die Tomate im Detail

  • Writer: Friends of Sustainable Agriculture
    Freunde der nachhaltigen Landwirtschaft
  • 26. August 2025
  • 3 Minuten Lesezeit

Die gängigsten Kategorien beim Tomateneinkauf beziehen sich in der Regel auf ihre Form und ihren Verwendungszweck. Man findet Kirschtomaten in verschiedenen Größen und Farben, meist mundgerecht; Pflaumentomaten sind beliebt, weil ihr festes Fruchtfleisch sich hervorragend für Pasten und Soßen eignet; und Fleischtomaten sind groß und fest genug, um sie in Scheiben zu schneiden und in großen Stücken zu essen.

Differently sized and colored tomatoes over neutral background

Doch es gibt eine weniger bekannte Kategorie, die heutzutage allgegenwärtig zu sein scheint. Geht man an einem Tomatenstand vorbei, hört man vielleicht jemanden fragen: „Sind das alte Sorten?“ Die Antwort hat oft Gewicht, fast ehrfürchtig geflüstert. Aber was genau bedeutet „alte Sorte“, und warum sind diese Tomaten so begehrt?


Was macht eine Tomate zu einer alten Sorte?

Alte Tomatensorten sind samenfeste Sorten, die über Generationen weitergegeben wurden, oft innerhalb von Familien oder Gemeinschaften – oder bis vor wenigen Jahrzehnten nur Tomaten. Um ihre Existenz zu verstehen, müssen wir über Hybriden sprechen. Gezielt auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet, die den Anbau vereinfachen und die Massenproduktion ermöglichen, wie z. B. Einheitlichkeit, Schädlingsresistenz oder Haltbarkeit, sind die meisten konventionell angebauten Gemüsesorten in unseren Supermärkten Hybriden.


Colorful array of tomatoes on market stall

Hybridsorten brachten die Standardisierung von Erzeugnissen und Agrarunternehmen mit sich. ihreDiese Samen wurden patentrechtlich geschützt, was bedeutet, dass die heutigen Hybridsamen fast immer nicht keimfähig sind und vor jeder Saison neu gekauft werden müssen.


Das Konzept der Erbstücke ist also gar nicht so alt. Es entstand vielmehr Mitte des 20. Jahrhunderts.thIm 20. Jahrhundert, als die Menschen begannen zu erkennen, dass sich die Dinge mit der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion verändert hatten, und gewannen langsam an Bedeutung, bis sie zu einem festen Bestandteil der Ernährung von Feinschmeckern und Marktbesuchern wurden.


Die Vielfalt, die ansprechenden Farben und die Tatsache, dass keine zwei alten Sorten einander gleichen, faszinieren die Menschen. Manche sind uneben, andere gerippt; ihre Farbtöne reichen von tiefem Kastanienbraun bis zu geisterhaftem Weiß, von Goldgelb bis zu grün gestreift. Da alte Sorten früher an einem bestimmten Ort wuchsen, weisen sie zudem eine größere genetische Vielfalt und regionale Besonderheiten auf. Ihre Samen erzählen Geschichten – von Gehöften in den Appalachen, Bauernhöfen im Mittleren Westen oder dem Gemüsegarten einer sizilianischen Urgroßmutter.

Orange-hued tomatoes on market stall

Die Erbstückdebatte: Was zählt?

In der Gartenwelt gibt es einige Diskussionen darüber, was als echte Erbstücksorte gilt. Manche ziehen die Grenze bei 50 Jahren, etwa zu der Zeit, als Hybriden üblich wurden. Andere verlangen, dass die Sorte eine nachweisbare Geschichte oder kulturelle Bedeutung hat. Dann stellt sich die Frage, ob einfach nur alte, kommerzielle Sorten zählen können oder ob es sich um Saatgut aus Familienbesitz handeln muss.


In allen Fällen entstanden die meisten der heute als traditionelle Sorten geltenden Sorten durch natürliche Hybridisierung im 19. Jahrhundert.thEtwa im 19. Jahrhundert, als Landwirte und Botaniker in Amerika erstmals von der Frucht fasziniert waren. Obwohl die genaue Definition noch immer nicht ganz eindeutig ist, herrscht weitgehend Einigkeit über ihren Wert: Alte Sorten bewahren die Artenvielfalt, die Aromenvielfalt und die lokale Esskultur wie kaum etwas anderes.


Sliced red, purple, and yellow tomatoes on serving platter.

Warum Tomaten zur Ikone der alten Sorten wurden

Tomaten gelten als Paradebeispiel für alte Gemüsesorten, da sich ihr Aussehen und Geschmack von konventionellen Sorten deutlich unterscheiden. Reichhaltig, würzig, süß und oft vielschichtig im Geschmack – ganz anders als bei den einheitlichen Supermarkttomaten – ist der Unterschied deutlich wahrnehmbar, besonders in der Hauptsaison. Ihre kurze Wachstumsphase und ihre Empfindlichkeit machen sie zu begehrten, aber vergänglichen Schätzen. Viele alte Sorten sind zu empfindlich für weite Transportwege, weshalb Wochenmärkte oft die beste Anlaufstelle sind.


Doch sie sind nicht die einzigen. Alte Bohnensorten wie Jacob's Cattle oder Tiger Eye werden wegen ihrer einzigartigen Muster und Kocheigenschaften geschätzt. Alte Apfelsorten – von Arkansas Black bis Ashmead's Kernel – bieten Aromen, die weit über den Red Delicious hinausgehen. Auch Kürbis, Mais, Salate und sogar Kräuter weisen alte Sorten auf, die aus kulinarischen und kulturellen Gründen hoch geschätzt werden.


Jede Sorte erzählt ihre eigene Geschichte, oft verbunden mit einem Ort und seinen Bewohnern. In einer Welt, die immer einheitlicher wird, sind diese Pflanzen ein stiller Akt des Widerstands: ausdrucksstark und voller Charakter. Wenn Sie sie bei Ihrem nächsten Besuch auf dem Wochenmarkt entdecken: Probieren Sie sie! Sie sehen vielleicht anders aus als die Pflanzen, die Sie kennen, aber ihr Geschmack wird Sie mit Sicherheit überraschen.


Wussten Sie?

Jenseits von Hybriden – GVOs. Um es noch deutlicher zu sagen: Die Tomate war das erste gentechnisch veränderte Gemüse, das die FDA in den USA für den Verkauf zuließ. Wer über 40 ist, erinnert sich vielleicht noch an Flavr Savr. Das Produkt wurde 1994 eingeführt und so entwickelt, dass es seinen ursprünglichen Geschmack „bewahrt“ und gleichzeitig langsamer reift. Hohe Kosten, Misstrauen in der Öffentlichkeit und der unerwartet fade Geschmack führten jedoch dazu, dass es bereits drei Jahre später wieder vom Markt genommen wurde.

 
 
 

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Kurze Notizen darüber, was in der nachhaltigen Landwirtschaft funktioniert und wie man daran teilhaben kann.

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