Gemeinschaften durch Daten stärken: Erkenntnisse aus dem neuesten AgroTalk-Webinar
- Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft

- 22. Januar 2025
- 3 Minuten Lesezeit
Unser jüngstes AgroTalk-Webinar befasste sich eingehend mit dem Thema Community Monitoring and Assurance System (CMAS)Eine innovative Initiative, die Kleinbauern befähigt, die Kontrolle über ihre Daten zu übernehmen und diese zur Transformation ihrer Lieferketten zu nutzen. In einer anregenden Diskussion erörterte unser Expertenpanel, wie CMAS zentrale Herausforderungen der nachhaltigen Landwirtschaft angeht, indem es Daten und Entscheidungsfindung in die Hände lokaler Gemeinschaften legt.
Die Sitzung brachte zusammen Julian Gomezvom Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (SAN), Andrés Ruedader Fundación Natura und Camilo EncisoSie vertraten ASOPEP. Jeder teilte seine einzigartigen Erfahrungen und Erkenntnisse und vermittelte so einen umfassenden Eindruck davon, wie CMAS vor Ort etwas bewirkt.
Die Vision hinter CMAS
Die CMAS-Initiative entstand aus einer drängenden Frage: Wie können Lieferkettendaten zuverlässiger, gerechter und wirkungsvoller für kleine Produzenten gestaltet werden?Kleinbauern, die oft von verantwortungsvollen Lieferketten ausgeschlossen sind, sehen sich zahlreichen Hürden gegenüber, wie hohen Zertifizierungskosten, eingeschränktem Zugang zu technischen Ressourcen und niedrigen Marktpreisen für ihre Produkte. Diese Herausforderungen führen häufig dazu, dass ihnen die notwendigen Mittel und die Unterstützung fehlen, um erfolgreich zu sein.
Julian Gomez stellte das CMAS-Framework vor und hob dessen drei grundlegende Komponenten hervor. Erstens basiert CMAS auf Stärkung der GemeinschaftDadurch können lokale Landwirte und Beobachter Daten sammeln und darauf reagieren. Dies schafft Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft und stellt sicher, dass Entscheidungen lokal getroffen werden. Zweitens integriert es fortschrittliche TechnologieDurch iHub und Power BI von SAN wird die Datenerfassung und -analyse effizient und zugänglich gestaltet. Schließlich basiert es auf Kooperationspartnerschaftenmit Organisationen wie ASOPEP, um ihre Wirkung effektiv zu verstärken. Wie Julián anmerkte,
„Kleinbauern werden aufgrund technischer und wirtschaftlicher Hürden oft ausgeschlossen. CMAS überbrückt diese Lücke, indem es die Datenhoheit dezentralisiert und lokale Akteure stärkt.“

Geschichten der Transformation
Klimabeobachtung der Natura-Stiftung
Andrés Rueda berichtete von einem inspirierenden Beispiel aus Santander, Kolumbien, wo Kakaobauern seit über einem Jahrzehnt an gemeinschaftlich organisierten Klimabeobachtungen beteiligt sind. Diese Initiative entstand aus einem sozioökologischen Konflikt im Zusammenhang mit einem Wasserkraftprojekt. Anfangs wurden zwar technische Stationen und Messflächen eingerichtet, doch gelang es nicht, die Bauern zu erreichen.
Um dem entgegenzuwirken, wurde das Projekt auf einen gemeinschaftlich getragenen Ansatz umgestellt. Landwirte begannen, Daten zu Klimavariablen wie Temperatur und Niederschlag zu sammeln. Die Ergebnisse waren bahnbrechend.
„Wir haben festgestellt, dass die Einbeziehung der Gemeinden in die Datenerhebung nicht nur das Vertrauen in die Ergebnisse stärkte, sondern auch zu konkreten Erkenntnissen führte, wie zum Beispiel der Anpassung von Anbaumethoden an Klimadaten in Echtzeit“, erklärte Andrés.
Dieser Wandel versetzte die Landwirte in die Lage, fundierte Entscheidungen zu treffen und stärkte ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Herausforderungen wie Klimaschwankungen.
Die Übernahme des CMAS durch ASOPEP
Camilo Enciso berichtete CMAS über ASOPEPs Entwicklung und hob dessen Rolle bei der Erfüllung der Anforderungen des Europäischen Green Deals hervor. Die Initiative förderte auch das Engagement junger Menschen aus der Gemeinde, die als Beobachter tätig wurden. Diese Beobachter – oft Kinder lokaler Landwirte – nutzten ihre Technologiekenntnisse, um die Datenerfassung zu optimieren.
Camilo betonte die langfristigen Vorteile des Dateneigentums und erklärte:
„Mit CMAS bleibt das Dateneigentum bei der Gemeinschaft, was die Nachhaltigkeit gewährleistet und es den Landwirten ermöglicht, ihre Anbaumethoden auf der Grundlage zuverlässiger Echtzeitinformationen anzupassen.“
Für ASOPEP hat CMAS zudem ein wertvolles Instrument bereitgestellt, um internationalen Käufern Transparenz und Compliance zu demonstrieren.

Resilienz durch Daten stärken
CMAS löst nicht nur akute Probleme, sondern schafft auch die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Durch die innovative Nutzung von Echtzeit-Monitoring erhalten Gemeinden kontinuierliche Einblicke anstatt nur Momentaufnahmen. Indem CMAS die Datenhoheit innerhalb der Gemeinde belässt, fördert es Vertrauen und ermöglicht langfristige Entscheidungen.
Wie Julián erklärte,
„Durch den Einsatz lokaler Beobachter schafft CMAS ein nachhaltiges System, in dem die Gemeinschaft beobachten, handeln und sich anpassen kann, ohne auf externe Eingriffe warten zu müssen.“
Dieser partizipative Ansatz ist zudem effizient skalierbar und somit für eine breitere Palette von Produzenten und Regionen zugänglich.

Die Zukunft gemeinschaftlich getragener Lösungen
CMAS beweist, dass nachhaltige Landwirtschaft dann gedeiht, wenn die Gemeinschaften die Initiative ergreifen. Es befähigt Landwirte, Zertifizierungsstandards zu erfüllen, sich an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und ihre Lieferketten zu stärken. Besonders wichtig ist, dass es die Zusammenarbeit zwischen den Generationen fördert und junge Menschen wichtige Rollen in ihren Gemeinschaften übernehmen.
Dieses AgroTalk-Webinar bot zahlreiche Einblicke in die Art und Weise, wie CMAS die Landschaft der nachhaltigen Landwirtschaft neu gestaltet. Von der Stärkung der Resilienz bis hin zur Bereitstellung praxisrelevanter Daten für Landwirte wird deutlich, dass gemeinschaftlich getragene Lösungen der Schlüssel zur Bewältigung systemischer Herausforderungen sind.
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